Eibenrune Eihwaz

Etwas zum lesen über unsere Runenarbeit findest du hier: Runenmagie im Eibenwald

Oder hast Du Interesse an einem speziell für Dich hergestellten Runenamulett? Gerne beraten wir dich, welche Rune Dir in deinem speziellen Thema hilft!


Eine wunderbare Beschreibung, sowohl der Eibe als auch der zugehörigen Rune Eihwaz, findest Du bei Duke Meyer, Orakeldienst Eibensang, dessen Text wir hier mit seiner Genehmigung gerne teilen.

EIWAZ – Eibe.

Das härteste europäische Holz, das biegsamste – und das, was am langsamsten wächst.
Alt, außerdem: Bevor Mitteleuropa vorwiegend ein Buchenwald mit gelegentlichen Unterbrechungen war (auch schon länger her), beherrschten Eiben die Landschaft. Heute finden wir sie am ehesten noch auf Friedhöfen und dort vorwiegend in Strauchform.

Aber es gibt noch Eibenbäume. Vor über 20 Jahren wohnte ich in Berlin neben einem, der überragte meine Wohnung im 3. Stock (mein Eibenheim, haha) nochmal um Längen: Kerzengerade reckte sich der Stamm jener einsamen Eibe im engen Hinterhof zum Licht. Einem Ast, den sie abwarf, verdanke ich mein ältestes Eibenset (Runenset aus Eibenholzscheibchen, meine ich).

Wegen der Biegsamkeit und Zähigkeit wurde Eibenholz gern zum Bau von Pfeil und Bogen verwendet.

In der Sommerzeit sollen diese Bäume ein berauschendes Gas ausströmen. Hab ich so noch nicht bemerkt, aber geht vielleicht auch gar nicht, weil ich ohnehin schon naturberauscht bin – womit ich nicht “berauscht von der Natur rings” meine (gleichwohl das vorkommt), sondern berauscht von Natur aus: Ich brauche nichts einzunehmen, um ein bisschen träumerisch und versponnen drauf zu sein (im Vergleich zum erlebten Durchschnitt sogar sehr).

Und natürlich steht die Rune Eiwaz für den Weltenbaum: die Welteibe. Das Gerede von der “Weltesche” wird durch die ewige gedankenlose Wiederholung weder wahrer noch besser. Es handelt sich um einen Übertragungsfehler aus einer Kenning, einem altgermanischen Ratebegriff (wie sie damals – noch etwas länger vor Netflix & Co – üblich und beliebt waren. Der Denksport kam aus der Mode).

Eiwaz ist die 13. Rune: die Achse des Futhark, in gewisser Weise: Um sie dreht sich (mit der Ernte- und Jahresrune vorher, die den großen Zyklus symbolisiert und verheißt) die Welt.In dieser stärkt die Rune deine Beharrlichkeit. Stell dir vor, selbst dieser Baum zu sein: der ganze Welten trägt … nur du weißt, welche.

Und auch deine Wurzeln liegen im Dunkeln, in der Ferne der Vergangenheit: Wer vermöchte sie dir anzusehen? Die meisten täuschen sich damit doch. Was hat dich wirklich geprägt, geformt, zu dem gemacht, was du wurdest? Auch das kann niemand wissen (außer dir). Und ist dir dein Streben anzusehen – das Sehnen, das dich krönt? Das Ziel, worauf du hinauswillst – der Stern, der dich lenkt und leitet? Es darf bezweifelt werden: Niemand sieht, was uns krönt, nach welchem Licht wir uns jeweils recken.

Wir haben nur unsere Gegenwart, unser jeweiliges Verhalten, woraus wir natürlich dies und das schließen können. Aber ich sehe nicht, was an dir hängt, und du merkst nicht, was an mir nagt, wo und wie, oder was ich trage. Wir können uns davon erzählen oder so tun, als wäre da nichts. Natürlich ist da immer was. Und natürlich vertrauen wir es nicht jeder oder jedem an.

Aber wenn ich was verstehe, dann ist es solche Eibenart.

Wie das, was über Yggdrasil erzählt wird: das “Pferd des Schrecklichen”. Auch so eine alte Kenning: Sie spielt darauf an, dass sich ein einäugiger Gott (eben jener Schreckliche) einst an jenem Baum erhängte. Nicht aus depressivem Anfall (obwohl es offenbar ziemlich schmerzhaft war und wurde), sondern aus Selbstfindungszwecken. Was er dann fand, waren die Runen (andere Geschichte. Vielleicht aber auch … immer dieselbe. Sie hängen ja zusammen: die Geschichten, die Runen, die Welten … und wir? Ich lass das mal stehen und gehe atmen).

Eiwaz ist eine Reiserune, auch. Nicht für Auto oder Bahn, sondern für Zustände: von einem in den anderen – und retour, oder immer weiter (ganz wie bei körperlicher Fortbewegung auch). Ich lasse mich an ihr in den Schlaf gleiten und wieder hinaus.

Auf jeder Trancereise ist – neben dem obligatorischen Trommeltakt – die Eibenrune meine Orientierung: An ihrem dunklen Stamm, den ich mehr spüre, als ihn zu visualisieren, rutsche ich am Ende der Reise wieder nach oben – zurück in die Alltagswirklichkeit. Aus der Dunkelheit (des Unterbewusstseins: rein sachlich gemeint. Der Intellekt reicht dort vielleicht hin, aber er kommt nicht klar. Seine Logik funktioniert dort nicht. Du kannst da nur dem Herzen folgen. Dich auf Gefühle einlassen. Das ist nicht überall sinnvoll, dort aber das einzig Richtige und Mögliche) ans Licht: Wo du deine Angelegenheiten wieder mit dem Verstand bearbeiten kannst (was sich dort empfiehlt. Nicht ausschließlich, aber ganz entschieden auch).

Eiwaz führt in noch ganz andere Welten. In jede, wenn du willst. Welche kennst du? Aus eigener Versenkung? Ich weiß, das gilt vielen nicht viel oder gar nicht. Ich war im Eis, ich war im Feuer. Ich stieg durch die Gärten der Götter und war, verwandelt in ein Element oder selbst eine Naturgewalt, zu Gast bei den ungeschlachten Riesen. Vielleicht schmiedeten mich Zwerge! Ich ließ mich verzaubern von den Lichtalben. Oder waren das nur Libellen am Bach? Erklär mir den Unterschied nochmal genau. Ich kann dir aber nicht versprechen, zuzuhören. Vielleicht verstehe ich zu früh – oder gar nichts. Oder folge dem Flüstern der Rune. Sie lässt mein Blut langsamer fließen und macht meine Knochen zu Knorpeln. Beides macht zäh. Ich komme nicht schnell voran, aber breche nicht so leicht. Das mache ich dem Baum nach: dem ganz großen. Für jedes schöne Erlebnis wächst mir eine kleine, glänzende, rot leuchtende Frucht. Pflücke sie nicht. Sie sind nicht zum Essen.

Die Rune steht für Standhaftigkeit und für den Rausch. Such dir’s aus. Oder möchtest du beides? Dann lass dich umarmen.

Einen traumhaften Tag wünsche ich euch!

Duke Meyer, https://www.facebook.com/OrakeldienstEibensang
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